Geboren wurde er 1933 in Frankfurt. Als Kriegskind verlor er seinen Vater und sein Zuhause. 1943 kamen Gottfried Höhn, seine Mutter und seine Schwester nach einem schweren Bombenangriff nach Bleichenbach in der Wetterau. Gottfried Höhn machte Abitur in Nidda und wurde Lehrer. 1957 trat er in Crainfeld seine erste Lehrerstelle an – dem Hohen Vogelsberg blieb er bis zu seinem Lebensende treu und zutiefst verbunden.
Diese Verbundenheit drückte sich in einem hohen gesellschaftlichen Engagement aus: Gottfried Höhn leitete zwei Abteilungen des TSV Grebenhain und rief dort eine Mädchen-Handball-Abteilung ins Leben. Er leitete das Zeltlager der Vereinsjugend und war Mitbegründer des Tennisclubs Grebenhain. Darüber hinaus war er Mitglied im Gemischten Chor Grebenhain, in der Vogel- und Naturschutzgruppe Grebenhain und im Deutschen Roten Kreuz. Im Aufsichtsrat der Volksbank Grebenhain hatte Gottfried Höhn über mehrere Jahre einen Aufsichtsratsposten inne. Das Land Hessen ehrte dieses beispiellose Engagement mit einem Ehrenbrief.
Ein Mensch, der Menschen zusammenbrachte
Geprägt von einem tiefen Glauben, setzte sich Gottfried Höhn auch viele Jahrzehnte lang für die Belange der Kirche in seinem Heimatort ein. Ein halbes Jahrhundert lang war er Mitglied im Kirchenvorstand der Kirchengemeinde Crainfeld. Er war Mitglied der Dekanatssynode und von 1997 bis 2000 deren Vorsitzender im damaligen Dekanat Herbstein. Dessen Fusion mit dem damaligen Dekanat Lauterbach zum damaligen Dekanat Vogelsberg begleitete er als Präses und blieb danach als stellvertretender Präses noch vier weitere Jahre im Amt. Dem Kirchenvorstand gehörte er von 1972 bis 2022 an. Auch dieses außergewöhnlich beständige und verlässliche Engagement fand seine Würdigung: 2019 konnte Gottfried Höhn die Ehrennadel der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) entgegennehmen.
Sowohl für die kirchlichen Gremien als auch für die Vereine, in denen Gottfried Höhn wirkte, war er ein lebendiges Beispiel für gelebtes Ehrenamt. Er war Netzwerker zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen und stand allen, die seine Hilfe brauchten, verbindlich und fest im Glauben zur Seite.
2023 konnte er mit seiner Ehefrau Gertrud Eiserne Hochzeit feiern. Er hinterlässt neben ihr drei Kinder und fünf Enkelkinder. Er starb am 11. August im Alter von 93 Jahren.
Mit Gottfried Höhn verliert die Region Hoher Vogelsberg einen außergewöhnlichen Menschen, der mit seinem Engagement viel bewirkt hat, der Menschen zusammenführen und sie begeistern konnte. Seine Idee, dass gemeinschaftliches Tun die Welt besser macht, wird in den nächsten Generationen weiterleben.