Die Synode des Evangelischen Dekanats Vogelsberg tagte vor kurzem im Dorfgemeinschaftshaus in Storndorf. Zuvor eröffnete ein Gottesdienst die Sitzung. Hier wurden zum einen die Veränderungen in der Kirche thematisiert, zum anderen verlieh das Team des Nachbarschaftsraums Gruppenpfarramt Vogelsberg, Pfarrer Johnathan Stubinitzky, Pfarrer Jürgen Pithan, Pfarrerin Dorothea Witznick und Gemeindepädagoge Valentin Zimmerling, seiner Zuversicht Ausdruck, dass mit Gottes Hilfe auch dieser langwierige und nicht immer leichte Prozess bewältigt werden könne. Im Gottesdienst wurden als neue Mitarbeiterinnern des Dekanats Sabrina Rönicke und Franziska Seng eingesegnet.
Die anschließende Sitzung im DGH eröffnete Präses Martin Reibeling. Er freute sich über den hohen Zuspruch, den die ehrenamtlichen sowie die hauptamtlichen Synodalen aus den Nachbarschaftsräumen zeigten, und begrüßte als Ehrengäste unter anderem Armin Habermann, Leiter der Regionalverwaltung Oberhessen, Peter Pfeiffer, Leiter des Beratungszentrums Vogelsberg, Norbert Kelbassa, Vorstand des Beratungszentrums, Petra Jahnel, Mitarbeitendenvertretung, sowie Benedikt Theiß und Finnja Richter von EJVD, der Jugendvertretung des Evangelischen Dekanats.
Zunächst standen aufgrund von Personalveränderungen verschiedene Neuwahlen auf der Tagesordnung. Den Vogelsberg werden ab sofort Pfarrerin Hannah Schnegelberger und Ute Ehlert als Ehrenamtliche in der Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) vertreten. Sie wolle die ländliche Perspektive in die Synode einbringen und am Tisch sitzen, wenn Entscheidungen getroffen würden, sagte Schnegelberger zu ihrer Kandidatur. Zu ihrer Vertreterin wurde Pfarrerin Karin Klaffehn gewählt. In den Dekanatssynodalvorstand (DSV), das Leitungsgremium der evangelischen Kirche im Vogelberg, wurde Pfarrer Michael Koch gewählt. Er folgt dort Pfarrer Michael Gütgemann nach, der als Dekan in den Vorderen Odenwald gegangen war. Sein Anliegen sei es, Kirche unter den gegebenen Veränderungen im ländlichen Raum mitzugestalten, sagte Koch. Dekanin Dr. Dorette Seibert zeigte sich sehr erfreut, über die Bereitschaft der Haupt- und Ehrenamtlichen, in übergeordneten kirchlichen Gremien an der Zukunft der Kirche mitzuarbeiten.
Zur Nachfolgerin der ausgeschiedenen Pfarrerin und früheren stellvertretenden Dekanin Luise Berroth im Beirat des Regionalverwaltungsverbandes wählte die Versammlung den ehemaligen Leiter der Regionalverwaltung Oberhessen am Standort Alsfeld Klaus Döll. Der Regionalverwaltungsverband fungiert noch bis zum Jahresende als zentrales Dienstleistungszentrum für die angeschlossenen Dekanate; danach werden die Aufgaben der Regionalverwaltungen in den Propsteien der Verwaltung der Landeskirche in Darmstadt zugewiesen. Den Übergang wolle man gut gestalten, sagte Armin Habermann mit Blick auf die Personalie.
Die Veränderungen in der kirchlichen Verwaltung waren auch Gegenstand eines weiteren Beschlusses, den die Dekanin vorstellte: Um zum einen die Pfarrpersonen in den Nachbarschaftsräumen, zum anderen auch die Gemeindesekretärinnen und die Ehrenamtlichen in den Kirchenvorständen zu entlasten, werden von der EKHN in einem mehrstufigen Prozess Verwaltungsleitungen eingesetzt. Das Dekanat Vogelsberg wird als Pilotregion beim ersten Rollout dabei sein und beschloss den dafür notwendigen Stellenplan: Drei volle Stellen sind für die sieben Nachbarschaftsräumen vorgesehen.
Schon in der Frühjahrssynode war die Zukunft des Beratungszentrums Vogelsberg - vormals Jugend- und Drogenberatung Suchthilfe im Vogelsberg – Gegenstand der Beratungen. Die damals gebildete Arbeitsgruppe hatte die Aufgabe, Wege zu finden, um die wichtige Arbeit des Beratungszentrums langfristig und verlässlich zu sichern. Nun stellte Armin Habermann – neben Norbert Kelbassa, Petra Jahnel, Dr. Dorette Seibert und Astrid Pfarschner aus dem Dekanat Büdinger Land (ebenfalls Träger des Beratungszentrums) Mitglied der Arbeitsgruppe – die Möglichkeit eines Trägerwechsels hin zu den Vogelsberger Lebensräumen vor. Er begründete diesen Vorschlag zum einen mit der Zukunftssicherheit, zum anderen mit dem Entwicklungspotenzial der Mitarbeitenden und der großen Expertise der Vogelsberger Lebensräume, die als gemeinnützige GmbH zur Eichhofstiftung gehören. Auch Peter Pfeiffer warb bei den Synodalen für diesen Weg. Die Dekanatssynode Vogelsberg stimmte dem Trägerwechsel zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu; die Zustimmung der Synode Büdinger Land steht noch aus. Bis zum Trägerwechsel wurde Dekanin Dr. Dorette Seibert als Nachfolgerin von Pfarrerin Kerstin Gütgemann in den Vorstand des Beratungszentrums gewählt.
Kritisch diskutiert wurde eine weitere Entwicklung, über die die Dekanin die Synodalen informierte: Nach derzeitiger Planung der Landeskirche sollen bereits zum Jahresende die zusätzlichen Verwaltungsstunden entfallen, die Gemeinden bei vakanten Pfarrstellen bislang zur Verfügung stehen. Im Dekanat Vogelsberg mit einer vergleichsweise hohen Zahl vakanter Pfarrstellen hätte dies erhebliche Auswirkungen auf die Verwaltungsarbeit vor Ort. Zudem bestehen teilweise Arbeitsverträge auf Grundlage dieser Regelung. Die Synode folgte deshalb einem Vorschlag der Dekanin, einen Antrag bei der Kirchensynode mit der Forderung nach einer Übergangslösung zu stellen und damit sowohl die Unterstützung in den Gemeinden sicherzustellen als auch Planungssicherheit für die Mitarbeitenden und Gemeinden zu ermöglichen.
Nach verschiedenen Informationen zum Zukunftsprozess ekhn2030 ging die arbeits- und beschlussreiche Tagung zu Ende. Präses Reibeling würdigte in seinen Abschiedsworten noch einmal das große Engagement insbesondere der Ehrenamtlichen für die Menschen und die Region.