„Den Blick aufs Ganze richten und die Nähe zum eigenen Ort bewahren“

veröffentlicht 20.01.2026 von T. Schlitt, Ev. Dekanat Vogelsberg

Im Nachbarschaftsraum rund um Gleen, Felda und Antrifft haben sich die Gemeinden Bernsburg, Arnshain, Wahlen, Billertshausen, Zell, Katharinengemeinde Gemünden, Ehringshausen, Ermenrod, Rülfenrod und Zeilbach und Kirtorf, Ober-Gleen und Lehrbach den schönen Namen „Am Vogelsberger Himmelborn“ gegeben; als Rechtsform haben sie die Struktur einer Gesamtkirchengemeinde gewählt. Diese ist seit dem 1. Januar dieses Jahres unter dem Namen des Nachbarschaftsraums am Start.

Evangelischer Nachbarschaftsraum „Am Vogelsberger Himmelborn” feiert Start der Gesamtkirchengemeinde

Dass die kirchliche Landschaft sich auch im Dekanat Vogelsberg verändert, daran haben die Kirchengemeinden im Rahmen des Zukunfsprozesses ekhn2030 der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) schon länger gearbeitet: Sieben Nachbarschaftsräume gibt es nun im Dekanat, und sie alle finden nach und nach auch ihre eigene Rechtsform. Im Nachbarschaftsraum rund um Gleen, Felda und Antrifft haben sich die Gemeinden Bernsburg, Arnshain, Wahlen, Billertshausen, Zell, Katharinengemeinde Gemünden, Ehringshausen, Ermenrod, Rülfenrod und Zeilbach und Kirtorf, Ober-Gleen und Lehrbach den schönen Namen „Am Vogelsberger Himmelborn“ gegeben; als Rechtsform haben sie die Struktur einer Gesamtkirchengemeinde gewählt. Diese ist seit dem 1. Januar dieses Jahres unter dem Namen des Nachbarschaftsraums am Start. Alle Gemeinden haben nun zusammen mit dem Verkündigungsteam – den Pfarrerinnen und Pfarrern Rahel Burkholz, Frank Hammel, Ursula Kadelka und Tamara Kaulich sowie der Diakonin im gemeindepädagogischen Dienst Susanne Svoboda – diesen Neubeginn in einem festlichen Gottesdienst gefeiert. Aus der Dekanatsleitung nahm Dekanin Dr. Dorette Seibert an der Veranstaltung teil; musikalisch leitete Reiner Männl die Feierstunde.

Als Ort für diesen Gottesdienst hatte das Team die Evangelische Kirche in Ober-Gleen ausgewählt. Hier begrüßte Pfarrerin Rahel Burkholz zahlreiche Gemeindeglieder aus den Ortschaften des Nachbarschaftsraums. Viele von ihnen waren Mitglieder der einzelnen Kirchenvorstände, die nun neue Aufgaben wahrnehmen werden, entweder als Mitglieder im Gesamtkirchenvorstand oder in den Ortsausschüssen der Kirchengemeinden, die nach wie vor das kirchliche Leben in ihren Gemeinden begleiten. Passend zu den Veränderungen in der Kirche scheint die diesjährige Losung ausgewählt: „Siehe, ich mache alles neu!“ Auch die Liedauswahl nahm u.a. mit „Vertraut den neuen Wegen“ Bezug auf die Veränderungen. In einem Dialog thematisierten die Pfarrerinnen Ursula Kadelka und Tamara Kaulich genau dies: Ist „alles neu“ wirklich gut? Wie viel Angst machen die Veränderungen in der Welt und auch die in der guten alten Kirche? Muss man Sorge um die Gemeinschaft haben? Wie sehr machen Respektlosigkeit und Aggression im zwischenmenschlichen Umgang zu schaffen? Mutig Neues zu wagen, sei eine Antwort auf all das, so das Fazit. „Bei Gott ist alles denkbar und möglich“, lautete die Botschaft dieses Zwiegesprächs, in kleinen Momenten werde dies bereits deutlich.

Diakonin Susanne Svoboda beteiligte sich mit der Schriftlesung an der Gestaltung des Gottesdienstes; Dekanin Dr. Dorette Seibert hielt die Predigt. Auch diese beschäftigte sich mit Veränderungen, mit den Sorgen und den Chancen. Auf die großen Krisen in der Welt gebe es keine einfachen Antworten, auch nicht auf die kleineren Sorgen. Die Jahreslosung „Siehe, ich mache alles neu“ aus der Offenbarung des Johannes habe Gott nicht in eine heile Welt gestellt, sondern in eine Zeit voller Katastrophen. Glaube, so die Dekanin, schaffe neuen Zusammenhalt, einen weiten Horizont, neue Dimensionen. Mit Blick auf die neue Gesamtkirchengemeinde lobte Seibert alle beteiligten Kirchengemeinden, wie mutig und beherzt sie diese große Veränderung gestaltet hätten. Es sei nicht immer einfach gewesen, zu entscheiden, was man loslassen und was man behalten wolle. Der Blick aufs Ganze habe der Nähe zum eigenen Ort gegenübergestanden. „Doch nun wächst Neues, und der Name ‚Himmelborn‘ kann Programm werden.“ Eine neue Kinder- und Jugendarbeit entwickele sich gerade, der Blick im Verkündigungsteam richte sich auf Talente und Begabungen. Gemeinsam könne sich das Gemeindeleben zeitgemäß entfalten, zeigte sich die Dekanin zuversichtlich.

Den Mitgliedern der Kirchenvorstände, insbesondere auch denen, die dem neuen Gesamtkirchenvorstand angehören, dankte Seibert für ihren Willen, mitzugestalten und Verantwortung zu übernehmen. Nun gelte es, dranzubleiben, Geduld und Gottvertrauen zu üben. „Möge die Gesamtkirchengemeinde am Vogelsberger Himmelborn ein Ort werden, an dem Gottes Verheißung spürbar wird und Hoffnung wächst!“ Das Abschiedsgebet sprach Pfarrer Frank Hammel – so war dieser erste Gottesdienst der Gesamtkirchengemeinde ein wirkliches Gemeinschaftsprojekt.