Evangelisches Dekanat Vogelsberg

Angebote und Themen

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          Sonntagsgedanken

          "Schau vom Himmel herab!"

          Mit ihren Sonntagsgedanken geben uns Menschen aus dem haupt- oder ehrenamltichen Verkündigungsdienst im Dekanat Vogelsberg oder dem Pastoralraum Vogelsberg jede Woche einen Impuls mit ins Wochenende. Heute: Henner Eurich, Pfarrer in Heidelbach, Münch-Leusel und Schwabenrod.

          "Die Bilder aus Israel sind entsetzlich". "Die Bilder aus Israel sind schockierend." Politikerinnen und Journalisten fangen so an, wenn sie über den Terrorangriff auf Israel sprechen.

          Bilder können eine starke Wirkung entfalten. Das Bild des dreijährigen Alan Kurdi, wie er tot am Strand liegt, hat viele wachgerüttelt.

          Auch jetzt sagen manche: "Zeigt den Menschen die Bilder aus Israel, damit alle sehen, was für ein abscheuliches Verbrechen geschehen ist! Schaut nicht weg!"

          Andere warnen: Bilder können auch missbraucht werden. Sie werden gefeiert von Islamisten und Antisemiten, die sich daran ergötzen, wenn Juden ermordet werden.

          Die Bilder aus Israel sehe ich mir bewusst nicht an. Ich lese viel über die Ereignisse und höre Nachrichten und Berichte. Auch ohne Bilder kann ich die Tränen über das Leid der Menschen in Israel kaum unterdrücken. Mich packt das Entsetzen und die Wut über die, die anderen so unvorstellbares Leid antun.

          Die Bilder entstehen in mir. Mitgefühl und Solidarität füllen Kopf und Herz. Ich brauche dazu keine Aufnahme, auf der junge Menschen bei einer Party niedergestreckt werden. Man kann die Bilder bewusst nicht betrachten und dabei trotzdem die Augen nicht verschließen.

          Mir tun die leid, die diese Bilder für immer in sich tragen, weil sie die Angriffe selbst erlebt haben. Ich leide mit denen, die die Verletzten versorgen. Ich weine mit denen, die die Toten bergen. Sie alle haben diese Bilder in ihrer Seele. Eingebrannt für immer.

          Ich leide mit der Familie von Shani Louk aus Israel und Baden-Württemberg. Shani wurde von ihrer Mutter erkannt an einem Tattoo - auf einem dieser schrecklichen Bilder. Sie wurde schwerst misshandelt. Einerseits sind die Bilder ein Lebenszeichen von Shani. Und doch wünschten wir dieser Familie, dass es diese Bilder nie gegeben hätte.

          Für Shani und für viele, viele andere - ein altes Gebet Israels:

          "Allmächtiger Gott, wende dich uns wieder zu! Schau vom Himmel herab und rette dein Volk!" (Psalm 80,15)

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