Evangelisches Dekanat Vogelsberg

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          Sonntagsgedanken

          Nomen est omen

          Mit ihren Sonntagsgedanken geben uns Menschen aus dem haupt- oder ehrenamltichen Verkündigungsdienst im Dekanat Vogelsberg jede Woche einen Impuls mit ins Wochenende. Heute: Jonas Adam, kath. Pfarrvikar im Pastoralraum Vogelsberg Süd, Lauterbach u. Schlitz (Pfarrei St. Peter und Paul)

          Der vorgestrige 21. September ist der Namenstag des heiligen Matthäus. Aber wer heißt in Deutschland schon so – jedenfalls mit Vornamen? Es wird sich wohl um eine eher überschaubare Anzahl von Menschen handeln.

          Auch ich selbst hatte am 21. September meinen Namenstag. Aus unerfindlichen Gründen wurde er auf dasselbe Datum gelegt: Jonas, also der Prophet im Bauch des großen Fisches, der zuerst die Flucht ergreifen wollte und dann doch, widerwillig, seinem Auftrag nachkam. Ein Mann Gottes, der jedoch Gottes Willen gründlich missverstand und den Menschen von Nivive, zu denen er gesandt war, Böses wünschte und enttäuscht war, als es nicht eintrat. Jonas war mehr beleidigte Leberwurst als rechtschaffener Prophet. Die Bibel ist da unerbittlich und lässt wenig Spielraum für eine wohlwollende Interpretation.

          Es mögen solche oder verwandte Gedanken gewesen sein, die meinen Taufpfarrer vor bald 50 Jahren bewogen, meinen Eltern die Taufe ihres Sohnes mit (nur) diesem alttestamentlichen Namen zu verweigern. Sie sollten sich noch einen zusätzlichen Namen einfallen lassen, der über jeden christlichen Zweifel erhaben sei. So kam ich zu meinem zweiten Vornamen Johannes, Johannes der Täufer. All die Jahre, die darauf folgten, habe ich meinen Namenstag deshalb am 24. Juni gefeiert, dem Tag des Vorläufers Jesu. Vom 21. September wusste ich bis ins Jugendalter gar nichts.

          Aber „Nomen est omen“. So ein Name prägt und begleitet einen doch sein Leben lang. Ob als quengeliges Kind, dem man nichts recht machen kann, über den jungen Mann, der noch nach einer Ausflucht vor der Priesterweihe sucht, bis hin zum Pfarrvikar in mittleren Jahren, der froh und dankbar ist, dass der Walfisch ihn im Vogelsberg ausgespien hat. Wenn man nur (am Ende) sagen kann: „Gott hat alles gut gemacht!“, dann wird man sich auch mit dem eigenen Namenspatron versöhnen.

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