Evangelisches Dekanat Vogelsberg

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          Pfarrerin Melanie Pflanz tauscht Ober-Ofleiden gegen Unter-Schwarz – Verabschiedung am 27.8.

          Vom Schlitzerland nach Homberg und zurück

          Foto: T. Schlitt

          Es war ihre erste Stelle als junge Pfarrerin: Im Januar 2018 trat Melanie Pflanz die Pfarrstelle in Ober-Ofleiden an. Nun verlässt sie das Homberger Land und geht zurück nach Schlitz. Dem Dekanat bleibt die erhalten und die Schlitzer können sich freuen.

          Es war ihre erste Stelle als junge Pfarrerin: Im Januar 2018 trat Melanie Pflanz die Pfarrstelle in Ober-Ofleiden an. Zum Kirchspiel gehören Nieder-Ofleiden, Haarhausen und Gontershausen. Jede Menge Glück war damals nötig, um eine Pfarrstelle im Vogelsberg zu ergattern, erinnert sich die gebürtige Üllershäuserin, die gerne in heimatlichen Gefilden bleiben wollte. Unvorstellbar, dass es im Dekanat gut fünf Jahre später so viele Vakanzen gibt – nicht der einzige Wandel, der rasant vonstattengeht.

          Ins Ober-Ofleidener Pfarrhaus zog mit der Familie Pflanz direkt ganz schön viel Leben ein: Schon im Herbst ihres ersten Jahres im Homberger Land wurde die Pfarrerin Mutter, nahm Elternzeit und reduzierte ihre Stelle auf eine halbe. Zwei Jahre später wurde das zweite Kind geboren. Ein großes Glück für die Pfarrerin war zum einen, dass sie mit Pfarrer Alexander Janka als dauerhafte Vertretung an ihrer Seite nicht nur einen sehr erfahrenen Geistlichen hatte, sondern auch einen, der – mit halber Stelle als Studienleiter der Fachstelle Organisationsentwicklung beim IPOS (Institut für Personalberatung, Organisationsentwicklung und Supervision der EKHN) – sich auch in der Gemeindeberatung, in Krisensituationen und der Verwaltung bestens auskannte. „Von ihm habe ich viel gelernt“, sagt sie und blickt auf eine sehr bereichernde Zusammenarbeit zurück. Zum anderen blieb Pflanz auch während der Elternzeit mit zehn Prozent im Amt. Diesen Anteil füllte sie mit Konfiarbeit aus – ein Bereich, der ihr sehr am Herzen liegt. „Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen möchte ich auch in Schlitz wieder in den Fokus rücken“, sagt die jetzt 37-Jährige, die es nun wieder zurück zieht in die Nähe ihrer Familie und der ihres Mannes: „Für die Betreuung der Kinder ist es einfach viel besser, die Großeltern vor der Tür zu haben“, lautet eine Erfahrung, die sie in den letzten Jahren gemacht hat: „Als Pfarrerin hat man oft dann noch Termine, wenn die Kitas geschlossen haben“, sagt sie, „und man kann auch die Menschen, mit denen man es zu tun hat, nicht einfach stehen lassen, weil die Kita schließt oder der Ehemann doch noch irgendwo im Stau steht.“ Als es sich dann sehr gut ergab, dass die Familie im Heimatdorf ihres Mannes, in Unter-Schwarz, bauen konnte, überlegten sie kurz und beschlossen, die Chance zu nutzen. Aus diesem Grund verlässt Melanie Pflanz das Homberger Land und geht zurück nach Schlitz, wo sie auf einer halben Stelle gemeinsam mit Pfarrer Gerrit Boomgaarden für die Christusgemeinde zuständig sein wird. „Natürlich hatte ich überlegt, wie es sein würde, dort Pfarrerin zu sein, wo man herkommt und einen alle privat kennen“, gibt sie zu bedenken, „doch wir probieren es jetzt aus, und der persönliche Kontakt kann ja auch für das Pfarramt sehr bereichernd sein.“ So gern sie in Ober-Ofleiden war und den Umgang mit den Menschen und den Ehrenamtlichen, insbesondere dem Kirchenvorstand geschätzt hat, so gerne blickt sie nun auch dem Neuanfang entgegen.

          „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ Das ist ein Leitvers von Melanie Pflanz und diesen zu leben, scheint bei ihr ganz selbstverständlich zu funktionieren. Ganz pragmatisch geht sie an neue Aufgaben heran – sei es ein Baubeschluss in Höhe von einer halben Million Euro, den sie als erstes in ihrer neuen Pfarrstelle in Ober-Ofleiden mittragen musste, oder seien es die Herausforderungen der sich wandelnden Institution Kirche: „Wir können stark durchs Leben gehen, weil wir wissen, da ist jemand, der uns stärkt und wieder auf die Beine hilft, wenn wir fallen.“ Fallen gehöre dazu, doch aufstehen ebenso wie weitermachen, nicht klagen, sondern tun, was zu tun ist. „Die Tatsache, dass wir einfach nicht alles in der Hand haben, hilft auch zu einer gewissen Gelassenheit“, ist sie sicher und strahlt doch genau diesen Tatendrang und Pragmatismus aus, den es nicht nur im Leben, sondern jetzt auch gerade in der Kirche braucht, um Veränderungen zum Besseren zu erreichen. „Gerade was das neue Arbeiten in Verkündigungsteams angeht, haben wir im Homberger Land viel vorangebracht, das hat mir große Freude gemacht“, sagt die Pfarrerin rückblickend; sicher, dass mit einem so aktiven Kirchenvorstand wie in Schlitz auch so allerhand möglich sein wird. Allerdings weiß sie auch, dass keine einfachen Zeiten auf die Kirche und ihrer Vertreter zukommen: „Wenn wir uns von Gebäuden trennen müssen und die Anzahl der Gottesdienste in den einzelnen Dörfern reduzieren, wenn nicht jede Predigt in jedem Ort eine Uraufführung ist, dann wird das vielen Menschen nicht gefallen – aber: Es wird nicht ohne all das gehen.“ Schon allein, weil die Anzahl der Kirchenmitglieder genauso wie die der Pfarrerinnen und Pfarrer sinke. Dennoch ist Melanie Pflanz davon überzeugt, dass aus der Veränderung Gutes entstehen kann. „Es sind doch nicht die Gebäude, die uns ausmachen, es ist doch die Gemeinschaft – wir sind selbst das positive Bild, das wir brauchen.“ Dahinter steht die Pfarrerin, egal, ob in Ober-Ofleiden oder Unter-Schwarz.

          Melanie Pflanz wird am 27.8. aus Ober-Ofleiden verabschiedet, nimmt aber noch an den Kindererlebnistagen im Homberger Land teil. Ihren Dienst in Schlitz tritt sie am 18. September an. Dort wird sie am 22. Oktober in ihr Amt eingeführt.

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